So wichtig sind Backups
Ich behaupte, dass jeder unter Ihnen schon einmal Daten verloren hat. Sei es beim täglichen Arbeiten mit dem Computer oder beim nutzen des PCs in der Freizeit. Mein größter persönlicher Verlust bisher waren 300GB auf einer Festplatte. Ein Sturz vom Tisch erwies sich als "Game Over", eine Reparatur oder eine professionelle Wiederherstellung hätte das zehnfache von dem gekostet, was die Festplatte wert war. Aber die Daten sind natürlich verloren. Einen ähnliches Verlust erlebte ich vor vielen Jahren durch den Absturz von Windows XP und den damit verbundenen Verlust aller Dateien und Daten.Diese und weitere Erfahrungen haben mir schon damals gezeigt, wie wichtig (regelmäßige) Backups sind.
Backups - englisch für Rücksicherungen - sind also absolut unverzichtbar, egal, ob es sich um Unternehmen oder Privatpersonen handelt. Nur, dass der Verlust für die einen schwerwiegender sein dürfte als für die anderen.
Existenzverlust durch verlorene Daten
Um diese Überschrift zu stützen, muss ich eine kurze Vorgeschichte niederschreiben.Im zeitigen Frühjahr 2010 beschloss ich, von einem Webspace Paket auf einen eigenen vServer zu wechseln. Meine Linuxkenntnisse waren zu dieser Zeit aufgrund meiner persönlichen Interessen an Linux schon recht gut - also eine ideale Voraussetzung, einen eigenen Server zu betreiben.
Ich zog also mit 3 Webseiten auf den Server um. Irgendwann in diesem Jahr viel die Entscheidung, mich selbstständig zu machen - dazu sollte dann auch die Vermietung von Speicherplatz gehören. An einem Morgen rief ich wie gewohnt meine E-Mails ab und war wie gelähmt, als ich eine E-Mail meines damaligen Providers vorfand, die - einfach formuliert, folgendes besagte:
Sehr geehrter Kunde,Ich war Fassungslos. Es standen dem Provider also keinerlei Backups zur Verfügung (auch meine eigenen waren weg), von Disaster Recovery hatte man anscheinend auch nie nich etwas gehört und Kundenservice existierte nicht. Mein Weggang von diesem Provider erfolgte noch am nächsten Tag.
Leider kam es in der letzten Nacht zu einem unerwarteten Crash der Festplatten an Ihrem Server. Unsere Techniker konnten leider keine Daten mehr retten. (...)
Man nehme an, ich hatte damals schon Kundenwebseiten gehostet und mich darauf verlassen, dass ich meine Backups hätte wiederherstellen können, wäre ich wohl erledigt gewesen. Ich wäre für die Kundendaten verantwortlic gewesen. Diese hätten vielleicht hunderte von Kundendaten verloren. Doch mit einem einfachen Backup ist es nicht getan - denn Backup ist nicht gleich Backup!
Planung Ihrer Backups und regelmäßige Erneuerung
Mit einem einmaligen Anlegen eines Backups ist es nciht getan. Rücksicherungen wollen geplant und regelmäßig durchgeführt werden - auf mehrere Systeme verteilt und nicht nur auf ein zentrales System. Auch hier gilt es zu unterscheiden, welche Anforderungen man an ein Backup stellt. Für mich als Privatperson reichen im Netzwerk ein kleiner Linux Server sowie ein NAS. Für mich als Unternehmen, der Kundenwebseiten hostet und der von seinen eigenen Webseiten lebt reicht diese simple Lösung nicht ganz aus. Ich bin kein riesiger Provider, der auf gesonderte Hardware zur Datensicherung setzt. Trotzdem muss ich meine Daten dezentral Rücksichern & lagern.Dezentral deshalb, da es ja auch keinen Sinn ergeben würde, wenn alle Backups am selben Ort liegen - was wäre denn, wenn das Rechenzentrum durch einen Brand vernichtet wird?
